Yoga + “Veränderung”

Als ich 2022 meine große Reise nach Bali antrat, das erste Mal allein für längere Zeit außerhalb von Europa, 8 Monate durch die Welt, wusste ich noch nicht, was mich erwartet. Schon bevor ich dort meine Yoga Trainer Ausbildung begann, traf ich viele andere Yogalehrer:innen und die, die sie ausbilden. Sie wünschten mir eine wunderbare Reise, zu mir selbst, Transformation. Begriffe, die mir bekannt waren, die mich neugierig machten, denn was wird in diesen 3 Wochen passieren? Etwas, das ich für mich machen wollte, das so viel mehr zu sein schien, als ich es ahnte!

Vielleicht kennst du das auch? Gerade dann, wenn wir es am meisten brauchen, vernachlässigen wir die Dinge, die uns am besten tun oft als erstes! Monkey Forest, Ubud, Bali, Indonesia 2022

Doch meine Veränderung, meine persönliche Reise, begann bereits davor. Mit dem Tod meines Vaters nach langer Krankheit, großen Problemen einer lieben Freundin, die zur Belastung wurden, einer für mich emotional sehr schmerzvollen Trennung, dem Ableben meiner geliebten Kaninchen, die mich über 10 Jahre begleitet haben, hat mich das Leben auf die Probe gestellt. Die Höhepunkte einer anhaltend schwierigen Zeit für mich. Als sicherheitsbedürftiger Mensch, der Gewohnheiten liebt und nur ungern die Kontrolle abgibt, ist Loslassen eine der größten Herausforderungen, gedanklich und emotional! Ich stand vor den Trümmern meines bisherigen Lebens. Als aktiver Mensch, der Bewegung und Abwechslung braucht, um ausgeglichen zu sein, zwangen mich neben den damaligen Covid-Maßnahmen ein längerer Krankenstand nach einer Operation und eine kurz darauffolgende Schulterverletzung dazu, neue Wege zu finden.

Meine erste “Wanderstein”-Entdeckung am Hochturm/Steiermark/Austria 2023

Ich setzte mich intensiv mit mir selbst auseinander, begann meine Meditationspraxis zu vertiefen und fand meinen Weg zurück zum Yoga, das mir schon öfters im Leben gezeigt hat, wie gut es mir tut. Bereits ein paar Runden Sonnengruß am Morgen, zumindest 10 Minuten, die ich mir immer einräumen konnte, veränderten meine Stimmung, meinen Blick auf den Tag. Ich habe auch Körperarbeit versucht, Gesprächstherapie und Coaching, doch letztendlich war es die Begleitung durch Yoga, meine Praxis, die immer intensiver wurde, die mir half, die Veränderungen in meinem Leben anzunehmen, sie zu akzeptieren. Im Vinyasa-Flow fand ich endlich Ruhe. Die fließenden Bewegungen brachten meinen aktiven Kopf zum Schweigen, ich konnte Erholung erleben. Ich begann das Potential von Veränderung zu erkennen, und beschloss auch hier im Fluss zu bleiben und aktiv weitere Entscheidungen zu Veränderung zu treffen. Während meine Motivation, eine Yogaausbildung zu absolvieren, war, mein Wissen für mich selbst zu vertiefen und besser zu verstehen, was ich erlebe, habe ich kurz darauf immer mehr den Drang verspürt, dieses Wissen, dieses Gefühl weitergeben zu wollen.

Soca-Tal, Slovenia, 2020

Yoga hat mir den Mut gegeben, allein auf eine Reise zu gehen, die einst zu zweit geplant war, sie so zu gestalten, wie es für mich (und zwar nur für mich) richtig ist. Ich habe in dieser Zeit gelernt, mit mir selbst zufrieden zu sein, was ich brauche, um gesund und ausgeglichen zu sein, meine Bedürfnisse zu erkennen, aber noch viel wichtiger: Nach ihnen zu handeln, diesen Bedürfnissen nachzugehen!

Egal wie groß das Chaos, es gibt immer Platz und Zeit für Yoga. Nimm dir Zeit für dich! Tortuguero, Costa Rica 2023

Den Satz: „Ich bin mehr als meine Gedanken und Gefühle“ habe ich so oft gehört und nun endlich auch verstehen gelernt. Gefühle, auch negative, da sein zu lassen, zu leben, ihnen Platz einzuräumen, ihnen mit Offenheit zu begegnen, denn sie sind nicht grundlos da und sie sind nicht meine ganze Existenz. Ich habe gelernt, Stille auch abseits eines Flows zu erleben und sie zu genießen, ohne in der Meditation einer bestimmten Aufgabe nachzugehen. Yin-Yoga zählt zu meinen liebsten und regelmäßigen Praktiken. Etwas, das ich mir noch vor 1,5 Jahren nicht vorstellen hätte können. Und viele mehr solcher Überraschungen brachte mein neues Leben mit sich. Ich habe mich in Situationen wiedergefunden, von denen ich nicht dachte, dass ich sie jemals schaffen oder erreichen könnte, mich trauen würde – nun kann ich sie sogar genießen und sie gehören zu den besonderen Momenten in meinem Leben, in denen ich Freiheit erlebe und ganz bei mir bin.

Soca Tal, Slovenia 2020

Am Ende habe ich nach 11 Jahren meinen Job als Sozialarbeiterin gekündigt, um neue Wege zu begehen, auch Yoga zu unterrichten. Eine Entscheidung, die ich bislang nicht bereut habe.

Das Bild, das ich für diesen Weg gefunden habe, ist die (Königs)protea: die Nationalblume Südafrikas, entdeckt von einem Schweden, benannt nach dem griechischen Gott. In ihrer Bedeutung steht sie für Veränderung und Widerstandskraft. Dem Wandel standhalten, aus der Dürre erwachsen und neu erblühen. Sie vereint damit meine persönliche Liebe zum Reisen, durch die Welt und das Leben. Sie steht für die Botschaft, die ich vermitteln möchte. Für die Unterstützung, die ich anbiete.

Jeden Tag lerne ich Neues, vertiefe mein Verständnis für diese faszinierende Philosophie und verwandten Wissenschaften wie Ayurveda und TCM, erweitere mein Wissen - nicht nur beim Yoga, sondern auch mit allem, was es braucht, um selbstständig zu sein. Ich kann nicht behaupten, dass es Yoga war, dass diese Veränderung in meinem Leben bewirkt hat, denn das war ein Zusammenspiel aus vielen Ereignissen. Doch Yoga hat mir die Sicherheit gegeben, den Mut, loszulassen, die Kraft, zu akzeptieren und das nötige Vertrauen in mich und darin, dass mein Weg für mich der richtige ist!

„Gehe nicht, wohin der Weg führen mag, sondern dorthin, wo kein Weg ist, und hinterlasse eine Spur.“
- Jean Paul

Trau dich anders zu sein, du zu sein! Savudrija, Croatia 2024

Hab auch du Mut, loszulassen, auf dich zu vertrauen, neue Wege zu gehen, anzukommen, bei dir!

Ich. Bei und mit mir. Sei in dir selbst Zuhause! ♥️

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Yoga + “der Esel”