Yoga + “Wandern”
Wandern kann auch Yoga sein!
Meine sonntägliche Wanderung im Sonnenschein führte mich über den Edelweißboden auf den Hochturm. Das Abenteuer begann bereits während der letzten Kilometer der Anfahrt: „Bin ich hier richtig? Darf ich hier überhaupt noch fahren? Hoffentlich hält mein Auto das aus!“ - einmal tief durchatmen: „Das passt bestimmt, hab Vertrauen, du bist eine gute Autofahrerin!“ Also in Ruhe weiter entlang der kurvigen und steilen Schotterstraße durch den Wald, den Rinnen und Schlaglöchern ausgewichen. Und siehe da: Am Ende kam ich dort an, wo ich hinwollte, ganz entspannt!
Der erste Anstieg führte einen steilen Pfad durch den Wald hinauf. Finde dein eigenes Tempo, lass dir Zeit. Finde eine gute Balance zwischen anstrengenden, steilen Passagen und angenehmeren flachen Wegstrecken, ohne deinen Puls immer wieder an seine Grenzen in die Höhe zu treiben. Beobachte dich selbst – wo ist deine Comfort Zone, was geht leicht, wann forderst du dich in einem gesunden Ausmaß und befindest dich somit in einem Lernfeld, ab wann beginnt die Überforderung und du tust dir selbst eigentlich nichts Gutes mehr? Sei achtsam und akzeptiere deine heutige körperliche Verfassung, akzeptiere deine Grenzen.
Auf der ersten Alm angekommen, durfte ich Erleben wie hier der Edelweiß blüht. Inmitten der bunten Blütenpracht anderer Almwiesenblumen wirkt er fast unscheinbar, und präsentiert trotzdem stolz seine einzigartige Besonderheit. Nimm dir ein Beispiel, vergleiche dich nicht mit anderen, lebe deine Individualität und fühle dich wohl, so wie du bist, denn genau so bist du einzigartig und besonders.
Edelweiss ♥️
Und auch wenn es oftmals heißt: „Auf der Alm, da gibt’s ka Sünd'“ finde ich Zeit und Gelegenheit auch Karma Yoga zu praktizieren – selbstloses Handeln ohne Erwartungen. Zwei Touristinnen haben nicht nur ihre Männer, sondern auch ihre Wasserflaschen bei diesen zurückgelassen, um einen herausfordernderen Weg hinauf einzuschlagen. Sie fragen nach Wasser. Ich habe nichts zu geben, jedoch kann ich meines teilen. Vielleicht nur ein Tropfen auf den heißen Stein und trotzdem waren sie sehr dankbar, und ich kam auch mit dem Rest noch gut aus.
Kurz vor dem Ziel, der erste Blick auf den Gipfel, es wird noch einmal steinig und steil. Doch mit der klaren Intention oben anzukommen, meistere ich auch die letzte Passage mit Freude und Leichtigkeit!
Hochturm, Steiermark, Österreich
Gipfelkreuz, Hochturm, Steiermark, Österreich
Um meinen angestrengten Beinen was Gutes zu tun, strecke ich mich lang und lasse mich nach unten sinken - „Eine Yoga-Pose“ wird es sofort kommentiert. Ja. Die ganze Vorbeuge, Uttanasana, ist eine Wohltat für die Beinrückseiten und meinen Rücken nach dem mehrstündigen Aufstieg. Na dann gleich mehr! Ich drehe mich von dort auf und hebe meinen rechten Arm mit der Atmung nach oben. Meine Schultern sind locker, denn der Rucksack saß in erster Linie auf meinen Hüften und beanspruchte den unteren Rücken. Meine Wirbelsäule genießt die Drehung und Dehnung, nachdem sie die Last meines Proviants hier hoch getragen hat. Und schon ist eine anregende Diskussion über die Vorteile von Yoga in der Damenrunde hinter mir entstanden. Sei ein Vorbild, durch das, was du tust. Inspiriere durch deine Freude am eigenen Handeln, ohne aktiv überzeugen zu wollen.
Einen Moment inne halten. Der Weitblick über die Berggipfel lässt ohne Anstrengung das Vorher und Nachher vergessen. Hier ist man ganz im Jetzt. Genieße den Augenblick, die Weite, die Ruhe! Sei stolz, dass dich deine mentale und körperliche Stärke hierher gebracht hat, an diesen wunderbaren Ort.
Bergab geht es über Stock und Stein. Das Geröll und später auch die wilden Wurzeln erfordern Fokus und Konzentration bei jedem Schritt. Bewege dich achtsam und finde dabei trotzdem Leichtigkeit im Gehen! Beobachte deine Füße, nutze die weite Strecke für eine Meditation, in dem du genau wahrnimmst, wie sie sich bewegen, wo sie aufsetzen, was du dabei spürst. Schenke den beiden Wertschätzung, sie tragen dich Tag für Tag.
Meine neuen (Achtung! Schleichwerbung ☺️) #Vivobarefoot Hikingschuhe bewähren sich dabei wunderbar, trotz Stabilität und Halt spüre ich jedes Detail unter meinen Füßen. Nutze Wiesenwege, um vielleicht mal deine starren Wanderschuhe auszuziehen und ein paar Schritte barfuß zu gehen. Verbinde dich mit dem Boden unter dir und nimm ihn bei jeder Berührung ganz bewusst wahr.
Zu guter Letzt noch mein Selbstvertrauen gestärkt! Dies ist bitte keine Empfehlung, wenn man in einem unbekannten Gebiet unterwegs ist!! 😉 Einmal falsch abgebogen, war ich nicht mehr sicher, am richtigen Weg zu sein. Also den nächsten Steig nach links genommen und mitten im Wald gelandet, ohne Weg arbeite ich mich intuitiv durch das Dickicht bis ich an der Forststraße rauskomme. Fünf Meter bevor der Weg abzweigt, wo ich meine heutige Wanderung startete. Glaube an dich und das was du tust!
Stöpsel dir dabei motivierende oder entspannende Musik ins Ohr, genieße einfach mal die Ruhe, lausche den Stimmen des Waldes, des Windes, nimm bewusst Gerüche wahr und entdecke die Vielfalt, die dir geboten wird. Mach wonach dir ist, denn hier gibt es nur die Natur und dich.
Ein Tag, wenige Stunden, ein ganzheitliches Erlebnis.
Ohne Ablenkung durch andere Personen oder Gespräche, setze Körper und Geist in Bewegung. Werde Eins, lass dich inspirieren, erfahre dich. Eine Wanderung – eine Reise zu dir selbst – Yoga.